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Ein Lebensthema zum Lernen
Hier einige Aussagen unserer Bewohnenden zu diesem
Thema:
«Als meine Tochter auswanderte, war es zuerst ein
schwerer Abschied: wie für immer. Jedoch merkte
ich, dass es ja nur ein Abschied oder Loslassen auf
Zeit ist. Wir sehen uns ja wieder, wir können telefonieren,
usw. auch dank den heutigen Medien.»
«Trauer muss man zulassen, akzeptieren. Es ist wichtig,
selber aktiv zu werden, auch über die Trauer zu
reden. Man kann auch viel Neues entdecken.»
«Als ich meinen Führerschein aufgeben musste, habe
ich das Reisen entdeckt und ein GA gekauft.»
«Als meine Partnerin starb, habe ich waschen und
kochen gelernt.»
«Ich habe nach dem Tod meines Partners ein neues
Hobby entdeckt: das Malen.»
«Nach dem Auszug meiner Kinder bin ich ehrenamtlich
Arbeiten gegangen.»
«Abschied nehmen braucht Zeit. Eine gute Umgebung
und liebe Menschen unterstützen einen.»
«Der Verlust meiner Kräfte beschäftigt mich. Ich bin
nun dankbarer geworden für alles, was noch geht.»
Bei diesem wichtigen Lebensthema «Abschied» können
wir von unseren Bewohnerinnen und Bewohnern
lernen.
Unsere Bewohner teilen in der Regel gerne ihre Erfahrungen
mit. Somit ist das Abschiednehmen auch
eine Chance in der professionellen Beziehungsp ege
in unseren Häusern.
Siegfried Bongartz
Geschäftsleitungsmitglied, Spezialgebiet Soziales