
9
Den Start in das Thema bildete eine Weiterbildungsverantstaltung
«Angehörige als Partner». Die Teilnahme
war für alle Mitarbeitenden obligatorisch. Neben
den klassischen Stolperfallen in der Kommunikation
wurde die Bedeutung eines Eintritts in die Institution
für Angehörige thematisiert. Eindrücklich zeigten persönliche
Beispiele von Mitarbeitenden, wie sie sich
in der Rolle von Angehörigen fühlten und wie wichtig
für sie eine klare Kommunikation für den Beziehungsaufbau
zu den Mitarbeitenden ist. Ein klare, proaktive
Kommunikation hilft Missverständnisse oder gar
Misstrauen zu verhindern. Ein gut eingeführtes Anregungs
und Beschwerdemanagement ist ausserdem
ausgesprochen hilfreich.
Der neu erstellte «Leitfaden Angehörigenarbeit» hält
die Kommunikationsstrukturen fest. Dieser Minimalstandard
zeigt auf, welche strukturierten Gespräche
mit Angehörigen wann geführt werden. Jahreszeitliche
Anlässe und Angehörigentreffen sind weitere
Gelegenheiten, Begegnungen zwischen Bewohnenden,
Angehörigen und Mitarbeitenden zu fördern.
Die aufgezeigten Strukturen sollen und können die täglichen
Kontakte, Begegnungen und Gespräche nicht
ersetzen. Diese sind für die Beziehungsp ege zentral.
Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Mitarbeitenden
des Bereiches Betreuung und P ege sowie der Administration
hat den Ein- und Austrittsprozess überprüft.
Dies beinhaltet unter anderem:
• Abläufe berücksichtigen die jeweilige Situation der
Bewohnenden und der Angehörige
• Klärung der Abläufe, Aufgaben und Verantwortlichkeiten
• Klärung der verschiedenen Phasen (z.B. Eintrittsprozess:
wann beginnt dieser, wann endet er)
In der ganzen Phase der Begleitung von Menschen
in unserer Institution kommt das letzte Abschiednehmen.
Dieser Prozess ist eine letzte gemeinsame
Auseinandersetzung. Neben bestehenden Ritualen
feiern wir mit den Bewohnenden, Angehörigen und
Mitarbeitenden 2x jährlich eine Gedenkerinnerung.
Diese wird von den Seelsorgern der beiden Landeskirchen
mitgestaltet. Mit kleinen Geschichten,
Anekdoten und Erinnerungen, formuliert durch die
Anwesenden, möchten wir den Verstorbenen nochmals
gedenken. Wir hoffen, dass die rege Teilnahme
der Angehörigen und Bezugspersonen ein Spiegel
der geleisteten Angehörigenarbeit ist.
Judith Bywater
Geschäftsleitungsmitglied, Spezialgebiet P ege