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Ein Ja zur Pflege beseitigt den
Pflegenotstand und sichert die
Pflegequalität
Die Zahl der pflegebedürftigen
Menschen nimmt massiv zu und
der Pflegenotstand ist längst Realität,
auch ohne Pandemie. Aktuell
sind über 11’000 Pflegestellen
in der Schweiz unbesetzt und die
Schweiz bildet viel zu wenige
Pflegefachpersonen aus. Zusätzlich
verlassen über 40 Prozent der
Ausgebildeten den Beruf frühzeitig.
Die Pflegeinitiative will diesem
Missstand mit einem Massnahmenpaket
Abhilfe schaffen. Sie
wurde im Jahr 2017 eingereicht
und fordert Massnahmen in drei
Bereichen: Mit einer Ausbildungsoffensive
soll erreicht werden,
dass die Schweiz mehr Pflegepersonal
selbst ausbildet und unsere
Abhängigkeit vom Ausland reduziert
wird. Die Arbeitsbedingungen
müssen verbessert werden,
damit die ausgebildeten Pflegenden
im Beruf bleiben. Eine verlässliche
Dienstplanung, die Vereinbarkeit,
der Lohn und beruf-
liche Entwicklungsmöglichkeiten
sind dabei zentral. Pflegefachpersonen
sollen typische pflegerische
Leistungen eigenverantwortlich
abrechnen können. Bei vielen
Pflegeleistungen ist die ärztliche
Unterschrift unnötig und ein administrativer
Leerlauf. Die Pflegequalität
muss gesichert werden.
Dafür braucht es auf allen Abteilungen
genügend Pflegefachpersonen.
Studien zeigen, dass genügend
diplomiertes Pflegefach-
personal das Komplikations- und
Sterberisiko verringert. Und es
zahlt sich auch finanziell aus:
Foto: Alessandro Della Bella / Paul Schiller Stiftung
Unnötige Kosten in Milliarden-
höhe durch vermeidbare, zu lange
oder wiederholte Spitalaufenthalte
werden vermieden. Der indirekte
Gegenvorschlag vom Parla-
ment ist ungenügend, er fokussiert
auf die Ausbildung. Aus diesem
Grund ist ein klares Ja zur
Pflegeinitiative am 28. November
2021 nötig, um die Missstände in
der pflegerischen Versorgung der
Bevölkerung zu beheben.
Schweizer Berufsverbandes der
Pflegefachpersonen SBK