
Betreuung und P ege Menschen mit einer Demenz und
einer Sehbehinderung stellen im
p egerischen Alltag eine besondere
Herausforderung dar.
Wir werden dieser spezi schen Bewohnendengruppe
gerecht, in dem wir im Bereich
Betreuung und P ege verschiedene Massnahmen
umsetzten. Dies im Sinne der Erhaltung einer hohen
Lebensqualität sowie zur Verbesserung der
Selbständigkeit.
Mitarbeitende werden entlang eines entsprechenden
Programms geschult. Das Hauptziel ist hierbei
neben der theoretischen Wissensvermittlung eine
Sensibilisierung. Was bedeutet eine Sehbehinderung
in Kombination mit einer kognitiven Veränderung für
Bewohnende? Wie kann das milieutherapeutische
Setting gestaltet werden? Welche besonderen Anforderungen
werden an das Thema Beziehung gestellt?
In den vier Lebensbereichen Körper, Geist / Psyche,
Soziokultur und Umwelt gibt es Auswirkungen, die
sowohl bei Demenz als auch bei Sehbehinderungen
auftreten und sich in Kombination beider Krankheitsbilder
verstärken. Dies sind auf körperlicher Ebene
Gangunsicherheit und Sturz, Bewegungsmangel sowie
Reduktion von Alltagskompetenzen bei basalen
Aktivitäten des täglichen Lebens. Nachstehende Liste
zeigt stichwortartig zu treffende Massnahmen auf.
Auswirkungen Massnahmen
Bewegungsmangel • Bewegungsrituale de nieren
• Angebot von Bewegungsgeräten
Reduktion von
Alltagskompetenz
bei basalen
Aktivitäten des
täglichen Lebens
• Passendes Sicherungssystem der
Wohngruppe
• Vierteljährliche Risikogespräche
• Spezielle Kennzeichnung von
Ablage ächen
• Tägliche Sortierung der Kleider
gemeinsam mit dem Bewohnenden
• Spezielle Telefongeräte
• Indirektes Licht und Kontraste in
Nasszellen
• Ermöglichen von Automatismen
• Spezielle P egeprodukte wie
Duftseifen
• Fingerfood rund um die Uhr
• Einbezug der Bewohnenden in die
Zubreitung von Mahlzeiten
• Familientisch
Das Ziel aller Anstrengungen ist, mit den Bewohnenden
einen Alltag zu gestalten, in dem sie sich
möglichst lange selbstständig bewegen können.
Konkret sind dies teilweise kleine Dinge mit grosser
Wirkung. Einige Beispiele zu den in der Tabelle
genannten Massnahmen sind der Einsatz von kontrastreichen
Farben bei der Tischwäsche, das Anrichten
der Mahlzeiten im Uhrzeigersinn, nach der
Reinigung die Dinge an die bekannten Orte zurück
stellen. Ressourcenorientierte P ege heisst in diesem
Fall zum Beispiel, dass Bewohnende mit einer
Sehbehinderung angeleitet werden, selbständig ein
Getränk einzuschenken.
Das Setting der P egewohngruppe gibt Menschen
mit einer kognitiven Einschränkung und Sehbehinderung
einen vertrauten Rahmen. Gemeinsame Rituale
und eine wiederkehrende Alltagsgestaltung unterstützen
dies zusätzlich.
Auswirkungen Massnahmen
Gangunsicherheit
und Sturz
• Physiotherapiegruppe
• Kontrastreiche Kennzeichnung von
Raumübergängen
• Check nach Hindernissen im
täglichen Aufgabenplan
• Adäquate Hilfsmittelversorgung
• Einführungszeit individuell gestalten