
Lebensschutz versus Lebensqualität?
Die Corona-Pandemie betrifft unser Leben in fast allen Bereichen. Viel Gewohntes, Bewährtes und
Liebgewordenes ist nur noch begrenzt und zeitweise gar nicht mehr möglich.
Das gilt erst recht für Menschen,
die ihr Zuhause in einer Pflegeinstitution
haben. Diese Institutionen
vereinen in sich ein breites An-
gebot an pflegerischen, medizinischen
und psychosozialen Hilfestellungen,
das den Bewohnerinnen und Bewohnern
trotz gesundheitlicher Einschränkungen ein
gutes Leben
ermöglichen soll. Der Fokus dieser
Institutionen
liegt daher auf der idealen individuellen
Betreuung pflegebedürftiger Menschen. Zugleich
sollen diese Institutionen aber ebenso den Schutz
der Bewohnerinnen und Bewohner garantieren. Nicht
zuletzt müssen diese Institutionen auch für das Funktionieren
des Betriebs besorgt sein, damit Betreuung
und Schutz möglich werden.
Im Allgemeinen stellen die individuelle Betreuung
und der Lebensschutz der Bewohnerinnen und Bewohner
keinen Widerspruch dar. Angesichts der
Pandemie haben sich nun aber Einschränkungen der
individuellen Freiheiten aufgedrängt, die dem Schutz
der Bewohnerinnen und Bewohner dienen. So wurden
Besuche durch Angehörige teilweise ganz verboten.
BewohnerInnen war es bisweilen untersagt, die
Häuser zu verlassen u.a.m. All dies diente dazu, ein
Hineintragen des Virus in die Institutionen zu verhindern.
Diese Situation stellt ein klassisches Dilemma
dar: Das Grundanliegen der individuellen Freiheit und
somit der Lebensqualität geriet in einen Widerspruch
mit dem Lebensschutz.
Dieses Dilemma kann nicht durch ein Entweder-Oder
gelöst werden. Keinerlei Schutzmassnahmen zu ergreifen,
wäre unverantwortlich. Zugleich kann auch
bei maximaler Vorsicht, das Hineintragen des Virus
nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Vielmehr
gilt es also abzuwägen, wie viel individuelle Freiheiten
noch möglich sind, wenn ein guter Schutz geboten
werden soll. Heimleitungen waren und sind