
Praktische Umsetzung innerhalb der Hotellerie
Entstanden sind dabei – immer unter Berücksichtigung
der geltenden Hygieneregeln – unter anderem
folgende «neue Angebote/Produkte»:
• Das Kiosk-Wägelchen, bestückt mit Zeitschriften
und Süssigkeiten, welches von Tür zu Tür wandert.
Es wurde so beliebt, dass es heute zum festen
Angebot gehört;
• Der Glühwein-Express, begleitet von dezenter
Musik und mit feinem hausgemachtem Gebäck
bestückt, welcher, wie auch das Kiosk-Wägelchen,
über die Stockwerke «wanderte» und seine Leckereien
feilbot;
• Ein Mini-Shop mit Gegenständen des täglichen
Bedarfs wurde eingerichtet. Bestellungen wurden
mittels Anforderungsliste auf Nachfrage hin konfektioniert;
die Artikel-Auswahl durch die Bewohnenden
bestimmt.
• Über 1’000 Tulpen wurden – da der Handel geschlossen
war –, direkt vom Bauernhof zu uns geliefert
und an die Bewohnenden und Mitarbeitenden
verteilt.
• In den Wohnungen wurden Catering-Services für
alle drei Hauptmahlzeiten angeboten, morgens mit
frisch (auf)gebackenen Gipfeli und gerne mal mit
Torte zum Zvieri. Dazu hielt man gerne einen kurzen
Schwatz mit dem Mitarbeitenden – und dabei
bot sich eine gute Gelegeheit, sich nach dem Wohlbefinden
des Bewohnenden zu erkundigen.
• Auch die Mitarbeitenden durften sich immer wieder
über kleine Überraschungen freuen, welche
teilweise vom HR organisiert, teils auch von den
Mitarbeitenden selber beigetragen wurden: Sie
16. März 2020, Lockdown. Begegnungen
sind nur noch mit Schutzmaske
möglich, strengste Hygiene
Richtlinien, keine Besucher
und keine Anlässe mehr.
Besuche beim Coiffeur oder Fusspfleger: Verboten.
Das sonst so belebte Restaurant: Leer.
An die Tische setzten sich nur noch Mitarbeitende –
allerdings mit so viel Abstand, dass normale Gespräche
nicht mehr möglich waren.
Wer hustete oder sich schnäuzte, stand ab sofort unter
Generalverdacht.
Die hart erkämpfte Normalität im Pflegeheim wurde
über Nacht förmlich «weggesperrt».
Für jeden Hotellerie-Mitarbeiter, welcher der schönen,
sinnlichen Seite des Lebens dient, ein Albtraum.
Der «neue» Spielraum: Balance zwischen Schutz
und Bedürfnis
Die Mitarbeiter wollten das aber nicht so belassen.
Schnell wurden der Spielraum innerhalb der diversen
Schutzkonzepte ausgelotet und neue Angebote
entwickelt.
Ein Katalog mit Möglichkeiten wurde zusammengestellt,
danach die Bewohnenden befragt, ob dies
auch wirklich ihren Wünschen entspräche. So entstand
quasi über Nacht eine ganz neue Dienstleistungspalette.