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in hohem Masse gefordert, durch Abwägungen Lösungen
für viele Detailfragen zu entwickeln. Diese
Lösungen müssen menschlich umsetzbar sein, sich
als wirksam erweisen und sie dürfen keine gravierenden
Folgen zeitigen; eine wiederholte Evaluation ist
daher wesentlich. Erschwerend kam dazu, dass sich
die Informationslage bzgl. des Virus und die Anordnungen
der Behörden ständig veränderten.
Das Formulieren und Umsetzen dieser Schutzmassnahmen
war eine grosse Herausforderung. Eine weitere
Herausforderung bestand darin, Ausnahmen in
Einzelfällen zu ermöglichen. Sie mussten individuell
begutachtet und begründet werden, denn Ausnahmen
werfen sofort Fragen der Gleichbehandlung
und Gerechtigkeit auf: Warum kann Bewohner X
eine Ausnahme bewilligt werden, aber Bewohnerin
Y nicht?
All dies forderte von den Verantwortlichen hohe
ethische Kompetenzen. Um diese Kompetenzen
zu stärken, sind auch moderierte ethische Nachbesprechungen
sinnvoll. Die gemachten Erfahrungen
können so reflektiert und wichtige Erkenntnisse gesichert
werden.
Ein Bericht von Pfr. Dr. theol. Luzius Müller
Prof. Dr. theol. Luzius Müller vom ref. Pfarramt beider
Basel ist Seelsorger am Universitätsspital Basel und
Koordinator der Ethikkommission am Bethesda